5 März 2011 0 Kommentare

Die Orthopädie

Über den Nutzen von Orthopäden in der dritten Welt und die Arbeit in einem OrthopädiezentrumAuch in ärmeren Ländern findet man den medizinischen Bereich der Orthopädie wieder. So findet man in einigen Ländern beispielsweise Orthopädiezentren der IKRK. In diesen Orthopädiezentren werden von Einheimischen in einer kleinen Fabrik wichtige Dinge produziert, die Minenopfer benötigen. Es werden Krücken, Prothesen, Rollstühle und Gehhilfen hergestellt. Ebenso werden Hilfsgeräte und Übungsgeräte produziert. Bei Kindern bedarf es der besonderen Betreuung, da sie ja noch wachsen und die Gehhilfen oder Prothesen nicht mitwachsen. Aus diesem Grunde müssen die Gehhilfen zum Beispiel mehrmals im Jahr ausgetauscht werden.

Wer arbeitet im Orthopädie-Zentrum

Der Leiter dieser Orthopädie-Zentren erwähnen beispielsweise gern, dass es dort nur Mitarbeiter gibt, die selber schon Opfer von Minenunfällen waren, d. h. die schon einmal einen Körperteil verloren haben. Diese Menschen werden hier als Techniker oder Physiotherapeuten eingestellt. Es ist ein wunderbares Verfahren, um Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen und es hat einen motivierenden Effekt auf die Patienten, die so wieder Lebensmut fassen. Durch dieses Beschäftigungsmodell wird den Behinderten vermittelt, dass man auch mit einer Behinderung ein wertvolles und nützliches Glied der Gesellschaft sein kann.

Faszinierende Beobachtungen

Es ist für Gäste des Zentrums faszinierend zu sehen, wie die behinderten Menschen hier wieder laufen lernen. Nicht selten müssen solche Menschen aus Krisenregionen mit einer oder sogar zwei Prothesen laufen lernen. Es gibt eine Übungshalle hier, in der die Behinderten vor Spiegeln wieder das Laufen lernen. Praktische Übungsparcours werden angeboten, wo es gilt, mithilfe der Prothese künstliche Hindernisse zu überwinden, auf langen Rohren zu balancieren oder Treppen zu erklimmen. Gerade in solchen Krisenregionen und ärmeren Ländern sind Menschen aller Altersstufen von diesen Behinderungen betroffen und so kann man hier sowohl alte Menschen, wie auch Kinder bei den Übungen beobachten. Die Therapeuten stehen mit Rat und Tat zur Seite und helfen den Betroffenen durch die schwierige Anfangsphase der Laufübungen mit Prothese. Dies ist wirklich nicht sehr einfach, da besonders die ersten Phasen mit so einer Prothese nicht sehr einfach zu bewerkstelligen sind.

Wie leben diese Menschen?

Die Mitarbeiter des Roten Halbmondes beispielsweise sind auch außerhalb ihres Orthopädie-Zentrums fleißig unterwegs. Es gibt in diesen Ländern viele Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden betreut werden. Auch sie sind Minenopfer und oft querschnittsgelähmt. Die Sozialarbeiter, die die Hausbesuche bei den gelähmten Menschen durchführen, haben eine sehr positive Ausstrahlung und der Umgang mit den Betroffenen ist einfühlsam und mitfühlend. In einer Familie aus einem armen Land hat der Vater zum Beispiel ein Bein verloren. Die Mutter ist nun gezwungen, die Familie zu versorgen und der 12jährige Sohn übernimmt die Pflichten des Hausherrn und bewirtet höflich die Gäste. In wieder einer anderen Familie erlitt der älteste Sohn einen Autounfall und ist seither querschnittsgelähmt. Die Geschwister übernehmen Pflegedienste, wie das An- und Ausziehen. Der Behinderte kann in ein Gestell gehängt werden und ist so etwas mobiler und kann am Familienleben teilnehmen. Der Junge ist 17 Jahre alt und ist gerade dabei, das Lesen und Schreiben zu lernen. Der Sozialarbeiter ist dafür zuständig, sich den Sorgen und Nöten des Jungen anzunehmen und dafür zu sorgen, dass der Junge sich gut aufgehoben und verstanden fühlt. Dies sind teilweise Standardsituationen in solchen, ärmeren Ländern.

Img: Andreas Keudel – Fotolia

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